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Fernstudium neben dem Beruf: Anbieter, Kosten und Erfolgsstrategien im Überblick

Verfasst von · Oktober 30, 2026 · 11 Min. Lesezeit

Ein Fernstudium neben dem Beruf verspricht den akademischen Abschluss ohne Karrierepause: Studierende lernen flexibel von zu Hause – meist abends und am Wochenende – und bleiben dabei voll berufstätig. Möglich machen das staatlich geprüfte Fernstudiengänge an der FernUniversität in Hagen oder an privaten Fernhochschulen, mit Bachelor, Master oder Zertifikat als Ziel. Doch was kostet ein Fernstudium wirklich, wie viel Zeit muss man einplanen und woran erkennt man seriöse Anbieter? Dieser Beitrag liefert die Antworten: von Kosten, Förderungen und Abschlüssen bis zu Lernstrategien, die auch neben einem Vollzeitjob funktionieren. Stand: 30. Oktober 2026.

Fernstudium neben dem Beruf: Person lernt am Laptop – typischer Alltag im Fernstudium
Lernen am Laptop – so sieht der Alltag im Fernstudium aus. Foto: Michael Coghlan / Flickr / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

In diesem Artikel

  1. Was ist ein Fernstudium neben dem Beruf?
  2. Welche Anbieter gibt es für ein Fernstudium?
  3. Welche Abschlüsse kann man im Fernstudium erreichen?
  4. Was kostet ein Fernstudium neben dem Beruf?
  5. Wie läuft das Lernen im Fernstudium ab?
  6. Wie schafft man Studium und Beruf zeitlich?
  7. Welche Förderungen und steuerlichen Vorteile gibt es?
  8. Häufige Fragen zum Fernstudium
  9. Weiterlesen

Was ist ein Fernstudium neben dem Beruf?

Ein Fernstudium ist ein Studiengang, der überwiegend ortsunabhängig absolviert wird: Statt Hörsaal gibt es Studienbriefe, Lernvideos und einen Online-Campus, statt fester Vorlesungszeiten selbst eingeteilte Lernphasen. Rechtlich ist das Modell klar geregelt: Das Fernunterrichtsschutzgesetz (FernUSG) schützt die Teilnehmenden, und jeder Fernlehrgang in Deutschland muss von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) zugelassen sein – ein wichtiges Qualitätssiegel, auf das man achten sollte.

Der Unterschied zum klassischen Präsenzstudium liegt auf der Hand: keine Anwesenheitspflicht, kein Umzug in die Universitätsstadt, dafür ein hohes Maß an Selbstdisziplin. Vom reinen Online-Studium unterscheidet sich das Fernstudium durch seine geprüften Lehrpläne und die oft jahrzehntelange Erfahrung der Anbieter. Berufsbegleitend bedeutet dabei meist ein Teilzeitmodell mit zehn bis fünfzehn Stunden Lernaufwand pro Woche – machbar neben einem Vollzeitjob, aber kein Spaziergang.

Besonders beliebt ist das Modell bei Berufstätigen zwischen 25 und 40, bei Eltern in der Familienphase und bei Menschen, die auf dem Land wohnen und keine Hochschule in der Nähe haben. Auch für den zweiten Bildungsweg ist das Fernstudium ideal: Viele Anbieter ermöglichen den Einstieg ohne Abitur, etwa über eine berufliche Qualifikation oder eine Eignungsprüfung. Einen guten Überblick über Geschichte und Formen des Modells bietet der Wikipedia-Artikel zum Fernstudium.

Welche Anbieter gibt es für ein Fernstudium?

Die bekannteste Adresse ist die FernUniversität in Hagen – die einzige staatliche Fernuniversität Deutschlands mit über 70.000 Studierenden. Sie bietet Bachelor- und Masterstudiengänge etwa in Wirtschaftswissenschaft, Rechtswissenschaft, Psychologie, Mathematik und Informatik zu vergleichsweise geringen Semesterbeiträgen. Der Anspruch ist universitär, die Betreuung eher sachlich: Wer viel Eigeninitiative mitbringt, bekommt hier ein vollwertiges Studium zum kleinen Preis.

Daneben tummeln sich zahlreiche private Fernhochschulen auf dem Markt, darunter große Namen wie die IU Internationale Hochschule, die FOM Hochschule oder die Euro-FH. Sie punkten mit flexiblen Studienmodellen, monatlichen Startterminen, persönlicher Betreuung und modernen Online-Campi – lassen sich diesen Service aber auch bezahlen: Die Gebühren liegen ein Mehrfaches über denen der staatlichen Alternative.

Bei der Wahl des Anbieters zählen harte Fakten mehr als Hochglanzbroschüren: Ist der Studiengang akkreditiert und der Lehrgang ZFU-zugelassen? Wie sind Kündigungsfristen und Kosten bei einer Verlängerung geregelt? Gibt es Erfahrungsberichte ehemaliger Studierender? Die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) führt ein öffentliches Verzeichnis aller zugelassenen Angebote – der erste Prüfpunkt vor jeder Unterschrift.

E-Learning am Computer mit Online-Campus
E-Learning am Computer: Online-Campus und digitale Lernmaterialien prägen das Fernstudium. Foto: LeanForward / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Welche Abschlüsse kann man im Fernstudium erreichen?

Das klassische Ziel ist der Bachelor: B.A., B.Sc. oder B.Eng. in sechs bis acht Semestern berufsbegleitend – etwa in BWL, Psychologie, Sozialer Arbeit oder Informatik. Darauf aufbauend folgt der Master, der die Tür zu höheren Positionen und in manchen Bereichen zur Promotion öffnet. Die Abschlüsse staatlich anerkannter Fernhochschulen sind dabei rechtlich gleichwertig mit denen einer Präsenzuniversität.

Für Berufserfahrene besonders interessant sind weiterbildende Master und MBA-Programme: Sie setzen meist einige Jahre Berufspraxis voraus, verzichten dafür oft auf ein fachlich passendes Erststudium und lassen sich gezielt auf Führungsaufgaben zuschneiden. Wer keinen kompletten Studiengang braucht, findet in Zertifikatskursen und Micro-Degrees kompakte Alternativen – ideal, um einzelne Kompetenzen wie Projektmanagement oder Data Analytics nachzuweisen.

Neben akademischen Graden gibt es im Fernunterricht auch staatlich geprüfte Abschlüsse etwa zum Techniker oder Betriebswirt sowie IHK-Zertifikate. Entscheidend ist immer die Anerkennung: Akkreditierte Studiengänge tragen das Siegel des Akkreditierungsrates, Fernlehrgänge die ZFU-Zulassung. Einen Überblick über das Studienangebot der staatlichen Alternative gibt die FernUniversität in Hagen.

Was kostet ein Fernstudium neben dem Beruf?

Die Spannbreite ist enorm: An der staatlichen FernUniversität in Hagen liegen die Kosten für einen kompletten Bachelor bei wenigen tausend Euro, während private Anbieter für denselben Abschluss oft 10.000 bis 15.000 Euro und mehr verlangen. Bei MBA-Programmen können es 20.000 Euro und darüber werden. Die folgende Übersicht ordnet die typischen Größenordnungen ein – alle Werte sind gerundete ca.-Angaben, die je nach Anbieter und Studiengang variieren.

Neben den Studiengebühren fallen weitere Kosten an: Prüfungsgebühren, Lernmaterialien, Fahrten zu Präsenzphasen oder Prüfungszentren sowie die technische Ausstattung. Besonders tückisch sind Vertragsfallen: automatische Verlängerungen, Gebühren für Wiederholungsprüfungen oder Kosten für die Betreuung der Abschlussarbeit. Ein ehrlicher Kostenvergleich rechnet deshalb immer die Gesamtkosten bis zum Abschluss – nicht nur die monatliche Rate.

Anbieter-TypGesamtkosten (ca.)DauerBesonderheit
Staatliche Fernuniversitätca. 2.000–3.500 €6–8 Semestergünstigste Option, viel Eigeninitiative
Private Fernhochschule (Bachelor)ca. 10.000–15.000 €6–8 Semesterintensive Betreuung, flexible Modelle
Privater Master / MBAca. 12.000–25.000 €3–5 Semesterfür Berufserfahrene, Karriere-Boost
Zertifikatskurseca. 1.000–4.000 €3–12 Monategezielte Weiterbildung ohne Abschluss

Typische Gesamtkosten eines Fernstudiums: gerundete ca.-Werte, abhängig von Anbieter, Studiengang und Studiendauer.

Wie läuft das Lernen im Fernstudium ab?

Das Herzstück sind die Studienmaterialien: früher dicke Studienbriefe per Post, heute meist digitale Lernmodule mit Texten, Videos, Podcasts und interaktiven Übungen. Über den Online-Campus greifen Studierende auf alles zu, reichen Einsendeaufgaben ein und erhalten korrigiertes Feedback von Tutoren. Foren und virtuelle Lerngruppen ersetzen dabei das Seminargespräch – wer will, findet schnell Anschluss.

Ganz ohne Präsenz geht es selten: Die meisten Studiengänge sehen einige Präsenztage pro Semester vor – für Seminare, Laborpraktika oder Prüfungen. Klausuren schreiben Fernstudierende in regionalen Studienzentren oder zunehmend online unter Aufsicht (Proctoring). Gerade die Präsenzphasen schätzen viele: Endlich Gesichter zu den Namen aus dem Forum, direkter Austausch mit Dozenten, Motivation für die nächsten Monate.

Die Betreuung ist besser als ihr Ruf: Feste Ansprechpartner, Tutorien und Mentorenprogramme begleiten durch das Studium, und die meisten Anbieter reagieren innerhalb von ein bis zwei Tagen auf Fragen. Der Schlüssel bleibt die Selbstorganisation: Ohne Stundenplan von außen braucht es einen eigenen. Informationen zu Bildungswegen und Fördermöglichkeiten bietet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Studierende lernen gemeinsam in einer Präsenzphase
Gemeinsam lernen: Auch im Fernstudium gibt es Präsenzphasen und Lerngruppen. Foto: Terrence Jennings / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wie schafft man Studium und Beruf zeitlich?

Die ehrliche Antwort zuerst: Ein Fernstudium neben dem Beruf ist ein Marathon, kein Sprint. Realistisch sind zehn bis fünfzehn Stunden Lernzeit pro Woche – über drei bis vier Jahre. Wer das vor dem Start mit Familie und Arbeitgeber klärt, statt es nebenbei zu versuchen, hat deutlich bessere Karten. Viele Anbieter bieten flexible Teilzeitmodelle und Urlaubssemester für besonders stressige Phasen.

Erfolgreiche Fernstudierende schwören auf Rituale: feste Lernzeiten im Kalender, ein aufgeräumter Arbeitsplatz, klare Tagesziele statt vager Vorsätze. Die Pomodoro-Technik – 25 Minuten fokussiert lernen, fünf Minuten Pause – hilft gegen das Aufschieben. Ablenkungen wie Smartphone und Social Media gehören während der Lernzeit in einen anderen Raum. Und: Lieber jeden Tag eine Stunde als am Sonntag verzweifelt acht.

Der Arbeitgeber kann zum Verbündeten werden: Bildungsurlaub, flexible Arbeitszeiten in Prüfungsphasen oder sogar eine finanzielle Beteiligung am Studium sind keine Seltenheit – man muss nur fragen. Viele Unternehmen fördern Weiterbildung aktiv, weil sie selbst vom Know-how profitieren. Ein offenes Gespräch vor Studienstart klärt, was möglich ist, und schafft Verständnis für lernintensive Phasen. Und dann ist da noch die Motivation – die stille Währung des Fernstudiums: Ohne Kommilitonen im Hörsaal neben sich und ohne feste Vorlesungstermine sinkt sie in stressigen Berufsphasen schnell ab. Erfolgreiche Absolventen empfehlen deshalb, das große Ziel in sichtbare Etappen zu zerlegen: Jedes bestandene Modul, jede eingereichte Einsendeaufgabe ist ein Fortschritt, den man bewusst feiern sollte. Lerngruppen – ob virtuell im Online-Campus oder als Stammtisch vor Ort – schaffen Verbindlichkeit: Wer sich wöchentlich mit anderen austauscht, bleibt deutlich eher am Ball als der einsame Kämpfer am Schreibtisch.

Auch kleine Belohnungen wirken erstaunlich gut: ein freier Abend nach der bestandenen Klausur, ein Wochenendausflug nach dem Modulabschluss. Und wenn es einmal gar nicht läuft, hilft der ehrliche Blick auf das eigene Warum: das höhere Gehalt, der angestrebte Traumjob, der persönliche Stolz auf den Abschluss. Wer sein Ziel klar vor Augen hat, übersteht auch die Durststrecken – und genau das unterscheidet die Absolventen von den Abbrechern.

Praxisnahes Lernen am Laptop im Fernstudium
Praxisnah lernen: Viele Fernstudiengänge setzen auf anwendungsorientierte Aufgaben. Foto: Preply.com Images / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Welche Förderungen und steuerlichen Vorteile gibt es?

Ein Fernstudium lässt sich oft deutlich günstiger gestalten, als es auf den ersten Blick scheint. Berufstätige können die Kosten eines berufsbezogenen Studiums als Werbungskosten von der Steuer absetzen – Studiengebühren, Fachliteratur, Fahrtkosten zu Präsenzphasen und sogar ein häusliches Arbeitszimmer mindern das zu versteuernde Einkommen. Bei einem Erststudium greift dagegen nur der begrenzte Sonderausgabenabzug. Ein Gespräch mit einem Steuerberater lohnt sich fast immer.

Für berufliche Aufstiegsfortbildungen – etwa zum Meister, Techniker oder Fachwirt – gibt es das Aufstiegs-BAföG: Es fördert Lehrgangs- und Prüfungsgebühren mit einem Mix aus Zuschuss und zinsgünstigem Darlehen, unabhängig vom Einkommen. Ausführliche Informationen zu Voraussetzungen und Förderhöhe bietet die offizielle Seite zum Aufstiegs-BAföG.

Weitere Töpfe: Das Aufstiegsstipendium des Bundes unterstützt Berufserfahrene mit besonders guten Leistungen bei einem Erststudium, viele Bundesländer vergeben Bildungsschecks oder Weiterbildungsprämien, und die Bundesagentur für Arbeit fördert Weiterbildungen in bestimmten Fällen über den Bildungsgutschein. Es lohnt sich, vor Studienstart alle Optionen zu prüfen – verschenktes Geld gibt es genug.

Häufige Fragen zum Fernstudium

Ist ein Fernstudium-Abschluss gleichwertig mit einem Präsenzstudium?

Ja – sofern der Studiengang staatlich anerkannt und akkreditiert ist. Ein Bachelor oder Master einer anerkannten Fernhochschule hat rechtlich denselben Wert wie der einer Präsenzuniversität und wird von Arbeitgebern entsprechend eingestuft. Entscheidend sind die Akkreditierung des Studiengangs und die ZFU-Zulassung des Lehrgangs.

Wie viele Stunden pro Woche braucht man für ein Fernstudium?

Für ein berufsbegleitendes Bachelorstudium sollten Sie mit zehn bis fünfzehn Stunden pro Woche rechnen, in Prüfungsphasen auch mehr. Viele Anbieter bieten Teilzeitmodelle mit reduziertem Pensum an – dafür verlängert sich die Studiendauer entsprechend. Ehrlichkeit bei der Zeitplanung ist der wichtigste Erfolgsfaktor.

Kann man ein Fernstudium pausieren oder abbrechen?

Ja. Fast alle Anbieter ermöglichen Urlaubssemester oder eine kostenlose Verlängerung bei Krankheit, Elternzeit oder beruflichen Engpässen. Auch eine Kündigung ist möglich – achten Sie dabei auf die vertraglichen Kündigungsfristen, die beim Fernunterricht gesetzlich geregelt sind.

Erkennen Arbeitgeber Fernabschlüsse an?

Bei akkreditierten Anbietern ja, und oft sogar mit einem Pluspunkt: Wer neben dem Vollzeitjob ein Studium durchzieht, beweist Selbstdisziplin, Zeitmanagement und Motivation – Eigenschaften, die in Bewerbungsgesprächen gut ankommen. Wichtig ist, den Abschluss und den Anbieter im Lebenslauf klar zu benennen.

Gibt es ein Fernstudium ohne Abitur?

Ja. Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung plus mehrjähriger Berufserfahrung, als Meister oder Fachwirt oder über eine Eignungsprüfung öffnen viele Fernhochschulen ihre Türen auch ohne Abitur. Die FernUniversität in Hagen bietet zusätzlich das Akademiestudium, bei dem man ohne formalen Abschluss in einzelne Module hineinschnuppern kann.

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Hannah Lina

Hannah Lina ist die redaktionell Verantwortliche von King Magazine, einem unabhängigen deutschsprachigen Online-Magazin für People, Film und neue Perspektiven. Sie schreibt über Filmografien und Porträts der Stars, Kinostarts und Streaming-Neustarts sowie gesellschaftliche Themen – recherchiert, faktenbasiert und verständlich. Themenvorschläge, Korrekturhinweise und Presseanfragen: contact@kingmagazine.de

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