Katherina Reiche ist seit dem 6. Mai 2025 Bundesministerin für Wirtschaft und Energie im Kabinett Merz. Die CDU-Politikerin kam aus der Energiewirtschaft in das Amt – und sorgt seitdem für Schlagzeilen. Stand: 30. Oktober 2026.
Die 1973 in Luckenwalde in der DDR geborene Chemikerin vereint zwei Welten: fast zwei Jahrzehnte Berufspolitik im Bundestag, dann ein Jahrzehnt an der Spitze von Energieunternehmen. Kaum eine Ministerin der Republik wurde so kontrovers diskutiert wie sie – als Hoffnungsträgerin der Wirtschaft gefeiert, als Lobbyistin im Ministeramt kritisiert.
Dieser Beitrag zeichnet die Biografie, die Karriere und alle politischen Stationen von Katherina Reiche nach – nüchtern, faktenbasiert und mit allen Kontroversen, die zu ihrer Geschichte gehören.

In diesem Artikel
- Wer ist Katherina Reiche?
- Wie wurde Katherina Reiche Wirtschaftsministerin?
- Welche Stationen prägten die Karriere von Katherina Reiche?
- Was macht Katherina Reiche als Ministerin?
- Wofür steht Katherina Reiche politisch?
- Wie lebt Katherina Reiche privat?
- Die wichtigsten Stationen von Katherina Reiche im Überblick
- Häufige Fragen zu Katherina Reiche
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Wer ist Katherina Reiche?
Katherina Birgitt Reiche wurde am 16. Juli 1973 in Luckenwalde in der DDR geboren. Sie ist eine deutsche Politikerin der CDU, ehemalige Managerin und Lobbyistin – und seit Mai 2025 Bundesministerin für Wirtschaft und Energie.
Ihr Lebensweg beginnt im Familienunternehmen: Ihr Vater war technischer Leiter der Firma Hesco, die 1946 von ihrem Großvater Helmut Schulze gegründet, 1972 verstaatlicht und nach der Wende reprivatisiert wurde – die Eltern Klaus und Birgitt Reiche übernahmen den Betrieb. Nach dem Abitur 1992 am Gymnasium Luckenwalde studierte sie Chemie an der Universität Potsdam, der Clarkson University in New York und der Universität Turku in Finnland – Diplom-Chemikerin 1997, danach wissenschaftliche Mitarbeiterin bis 1998.
Politisch sozialisiert wurde sie früh: 1992 gründete sie den RCDS an der Universität Potsdam mit, trat der Jungen Union bei und wurde 1996 CDU-Mitglied. Von 2001 bis 2015 saß sie im CDU-Landesvorstand Brandenburg, zeitweise auch im Bundesvorstand der Partei. Als Kreisvorsitzende der CDU Potsdam setzte sie sich 2011 mit 97 zu 91 Stimmen gegen Andreas Ehrl durch.
Was Katherina Reiche von fast allen anderen Ministerinnen unterscheidet: Sie kennt die Wirtschaft nicht aus Anhörungen, sondern von innen. Zehn Jahre führte sie Verbände und Konzerne – eine Erfahrung, die sie im Amt zur Expertin macht und zur Zielscheibe zugleich.
Wie wurde Katherina Reiche Wirtschaftsministerin?
Am 28. April 2025 stellte Friedrich Merz Katherina Reiche als designierte Wirtschaftsministerin vor – eine Personalie, die sofort für Aufsehen sorgte. Denn Reiche kam nicht aus der Fraktion, sondern direkt aus der Chefetage der Energiewirtschaft: Bis zu ihrer Ernennung führte sie Westenergie, eine Tochter des E.ON-Konzerns, und stand dem Nationalen Wasserstoffrat vor.
Am 6. Mai 2025 wurde sie im Kabinett Merz zur Bundesministerin für Wirtschaft und Energie ernannt – und löste damit Robert Habeck ab, der das Haus zuvor als Minister für Wirtschaft und Klimaschutz geführt hatte. Der Wechsel markierte auch einen Kurswechsel: weg von der grünen Transformationspolitik, hin zu einer stärker industrie- und versorgungsorientierten Linie.
Kritiker wiesen sofort auf ihre Vergangenheit hin: Im Lobbyregister 2024/2025 war sie als Lobbyistin für die Westenergie AG eingetragen. Dass eine ehemalige Energielobbyistin nun das Energieressort führt, nannten Beobachter einen klassischen Fall des „Drehtür“-Effekts zwischen Wirtschaft und Politik.
Reiche selbst konterte mit Kompetenz: Niemand kenne die Energiewirtschaft so gut wie sie, niemand könne die Versorgungssicherheit des Landes besser organisieren. Die Debatte über ihre Person begleitet sie seitdem – und wird sie vermutlich bis zum Ende ihrer Amtszeit nicht loslassen.

Welche Stationen prägten die Karriere von Katherina Reiche?
Der erste Karriereabschnitt war die klassische Parlamentslaufbahn: Von 1998 bis 2015 saß Katherina Reiche im Bundestag. Von 2005 bis 2009 war sie stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, von 2009 bis 2013 Parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium – zunächst unter Norbert Röttgen, ab 2012 unter Peter Altmaier. Von 2013 bis 2015 diente sie als Parlamentarische Staatssekretärin im Verkehrsministerium, bevor sie ihr Mandat zum 4. September 2015 niederlegte.
Dann der Bruch mit der Politik – und der Aufstieg in der Wirtschaft: Von 2015 bis 2019 war sie Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), ab dem 1. Januar 2020 Vorsitzende der Geschäftsführung von Westenergie (innogy/E.ON). Im Juni 2020 übernahm sie zusätzlich den Vorsitz des Nationalen Wasserstoffrats – und wurde 2021 mit dem Mestemacher-Preis als „Managerin des Jahres“ ausgezeichnet.
Es war eine Bilderbuchkarriere in der Energiewirtschaft: Die ehemalige Staatssekretärin wurde zur gefragten Managerin, die Lobbyistin zur Wasserstoff-Expertin. Dass sie 2025 in die Politik zurückkehrte, überraschte viele – dass sie ausgerechnet das Wirtschafts- und Energieministerium übernahm, niemanden.
Seit April 2025 trägt sie zudem den Titel Professorin ehrenhalber (Prof. h.c.) des Management Center Innsbruck (MCI). Eine Karriere zwischen Labor, Parlament und Konzernzentrale – in dieser Kombination einzigartig im deutschen Spitzenpersonal.
Was macht Katherina Reiche als Ministerin?
Ihre Amtszeit begann mit klaren Signalen: Im Juli 2025 forderte Katherina Reiche eine längere Lebensarbeitszeit und mehr private Altersvorsorge – und wiederholte im November 2025 die Warnung, die gesetzliche Rente werde für Jüngere nicht reichen. Im Dezember 2025 beschloss das Kabinett daraufhin eine Rentenkommission. Energiepolitisch setzte sie auf neue Gaskraftwerke: Zunächst war von mindestens 20 Gigawatt die Rede, nach EU-beihilferechtlichen Bedenken wurde das Ziel auf 12 Gigawatt gekürzt; im Mai 2026 beschloss die Bundesregierung den Bau, die Anlagen sollen bis 2031 entstehen und ab 2045 klimaneutral betrieben werden.
Doch die Kontroversen ließen nicht lange auf sich warten: Im September 2025 legte ihr Haus einen Monitoringbericht mit einem 10-Punkte-Programm vor – Kritiker monierten Überschneidungen mit Positionspapieren von RWE und E.ON, Greenpeace warf dem Ministerium Manipulation des Berichts vor. Im April 2026 wurde bekannt, dass Reiche sich an EnBW gewandt hatte, um Argumente gegen Batteriespeicher zu erhalten.
Im Februar 2026 folgte der Entwurf zur EEG-Reform: keine feste Einspeisevergütung mehr für neue Photovoltaikanlagen bis 25 Kilowatt, stattdessen verpflichtende Direktvermarktung. Im März 2026 stellte sie auf der Energiekonferenz CeraWeek in Houston das EU-Ziel der Klimaneutralität bis 2050 infrage und warb dafür, eine Lücke von fünf bis zehn Prozent zu akzeptieren.
Im April 2026 geriet sie im Streit um eine Übergewinnsteuer – vor dem Hintergrund des Irankriegs 2026 – mit der SPD aneinander und wurde sogar in der eigenen Partei kritisiert. Am 18. Dezember 2025 hatte sie noch gemeinsam mit Lars Klingbeil und KfW-Chef Stefan Wintels den Deutschlandfonds mit rund 30 Milliarden Euro Bundesmitteln vorgestellt. 2026 strich ihr Haus soziale und ökologische Indikatoren aus dem Jahreswirtschaftsbericht – ebenfalls unter Kritik. Im Mai 2026 veröffentlichte das Ministerium mit ihrer Billigung einen Videoclip der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Am 24. September 2026 folgte ein Instagram-Video des Ministeriums über Die Linke – das Bundesverfassungsgericht ordnete mit Eilbeschluss vom 14. Oktober 2026 (2 BvE 5/26) an, das Video vorerst zu entfernen. Im Oktober 2026 löste das Ministerium das Referat für Wind-, Solar- und Transformationsindustrien auf – begründet mit „aktuellen industriepolitischen Prioritäten“.

Wofür steht Katherina Reiche politisch?
Katherina Reiche steht für eine wirtschaftsliberale CDU-Linie: Versorgungssicherheit vor Klimasymbolik, Marktwirtschaft vor Staatsdirigismus, Eigenverantwortung vor Umverteilung. Ihre Rhetorik ist die der Managerin – Zahlen, Fakten, Machbarkeit.
In der Energiepolitik setzt sie auf Technologieoffenheit und einen pragmatischen Mix: Gaskraftwerke als Brücke, Wasserstoff als Zukunft, aber Skepsis gegenüber einem überstürzten Ausbau der Erneuerbaren ohne gesicherte Grundlast. Kritiker sehen darin einen Rückschritt hinter die Klimaziele; Befürworter eine notwendige Korrektur nach Jahren ideologischer Energiepolitik.
Sozialpolitisch vertritt sie unbequeme Positionen: längeres Arbeiten, mehr private Vorsorge, weniger Vertrauen in die gesetzliche Rente. Das macht sie bei Wirtschaftsverbänden beliebt – und bei Gewerkschaften und Sozialverbänden zur Reizfigur.
Ihre politische Handschrift ist unverkennbar die einer Quereinsteigerin: direkt, entscheidungsfreudig, wenig zimperlich im Umgang mit Widerständen. Ob das im Berliner Politikbetrieb auf Dauer trägt, wird sich zeigen – die erste Bilanz nach eineinhalb Jahren fällt gemischt aus.
Innerhalb der Union gilt sie als Vertreterin des wirtschaftsliberalen Flügels – geschätzt von der Mittelstands-Union, beäugt von den sozialpolitisch orientierten Kräften der Partei. Ihr Stil erinnert manche an die Manager-Generation der 2000er-Jahre: leistungsorientiert, zahlengetrieben, wenig sentimental.
Wie lebt Katherina Reiche privat?
Katherina Reiche heiratete 2003 den CDU-Politiker Sven Petke; das Paar hat drei Kinder. Im April 2025 wurde über den gemeinsamen Anwalt Christian Schertz bekannt, dass sie mit dem ehemaligen Minister Karl-Theodor zu Guttenberg liiert ist – eine Nachricht, die bundesweit Schlagzeilen machte.
Die Verbindung zweier bekannter politischer Namen sorgte für wochenlange Medienberichterstattung. Reiche selbst äußerte sich dazu nur knapp und verwies auf ihr Recht auf Privatsphäre – ein Recht, das ihr in der aufgeheizten Debatte um ihre Person nicht immer zugestanden wurde.
Abseits der Schlagzeilen gilt sie als disziplinierte Arbeiterin mit naturwissenschaftlichem Hintergrund – eine Chemikerin im Ministeramt, die Probleme gern in Reaktionsgleichungen denkt: Input, Output, Wirkungsgrad.

Die wichtigsten Stationen von Katherina Reiche im Überblick
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten öffentlich dokumentierten Stationen im Leben von Katherina Reiche zusammen.
| Zeitraum | Station | Details |
|---|---|---|
| 16. Juli 1973 | Geburt | Geboren in Luckenwalde, DDR |
| 1992 | Abitur | Gymnasium Luckenwalde |
| 1992–1997 | Studium | Chemie (Potsdam, Clarkson University New York, Turku); Diplom-Chemikerin 1997 |
| 1992 | RCDS | Mitgründerin RCDS Uni Potsdam; Junge Union |
| 1996 | CDU | Parteimitglied |
| 1998–2015 | Bundestag | MdB |
| 2005–2009 | Fraktion | Stellv. CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende |
| 2009–2013 | Staatssekretärin | Parlamentarische Staatssekretärin BMU (unter Röttgen, ab 2012 Altmaier) |
| 2013–2015 | Staatssekretärin | Parlamentarische Staatssekretärin BMVI; Mandatsverzicht 4.9.2015 |
| 2015–2019 | VKU | Hauptgeschäftsführerin Verband kommunaler Unternehmen |
| 2020–2025 | Westenergie | Vorsitzende der Geschäftsführung; Vorsitz Nationaler Wasserstoffrat ab Juni 2020 |
| 2021 | Auszeichnung | Mestemacher-Preis „Managerin des Jahres“ |
| 28.4.2025 | Designiert | Als Wirtschaftsministerin vorgestellt |
| 6.5.2025 | Ministerin | Bundesministerin für Wirtschaft und Energie (Kabinett Merz) |
| 2025–2026 | Amtszeit | Rentenkommission; Gaskraftwerke; EEG-Reform; BVerfG-Beschluss 14.10.2026 |
| privat | Familie | Verheiratet 2003 mit Sven Petke, drei Kinder; Beziehung mit Karl-Theodor zu Guttenberg (bekannt seit April 2025) |
Häufige Fragen zu Katherina Reiche
Seit wann ist Katherina Reiche Wirtschaftsministerin?
Katherina Reiche ist seit dem 6. Mai 2025 Bundesministerin für Wirtschaft und Energie im Kabinett Merz. Sie wurde am 28. April 2025 als designierte Ministerin vorgestellt und löste Robert Habeck ab.
Was war Katherina Reiche, bevor sie Ministerin wurde?
Vor ihrer Ernennung war Katherina Reiche Managerin in der Energiewirtschaft: Von 2015 bis 2019 führte sie als Hauptgeschäftsführerin den Verband kommunaler Unternehmen (VKU), ab 2020 war sie Vorsitzende der Geschäftsführung von Westenergie und stand dem Nationalen Wasserstoffrat vor. Zuvor saß sie von 1998 bis 2015 im Bundestag. Ausgebildet ist sie Diplom-Chemikerin.
Warum ist Katherina Reiche umstritten?
Katherina Reiche ist umstritten, weil sie aus der Energielobby ins Energieministerium wechselte – im Lobbyregister 2024/2025 war sie als Lobbyistin für Westenergie eingetragen. Kritik gab es unter anderem an Überschneidungen eines Monitoringberichts mit Positionspapieren von RWE und E.ON, an einer Anfrage an EnBW zu Argumenten gegen Batteriespeicher und an einem Instagram-Video des Ministeriums, das das Bundesverfassungsgericht im Oktober 2026 per Eilbeschluss entfernen ließ.
Welcher Partei gehört Katherina Reiche an?
Katherina Reiche gehört der CDU an – seit 1996. Sie war unter anderem stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende (2005–2009) und saß im CDU-Bundesvorstand.
Ist Katherina Reiche verheiratet?
Katherina Reiche heiratete 2003 den CDU-Politiker Sven Petke; das Paar hat drei Kinder. Im April 2025 wurde bekannt, dass sie mit dem ehemaligen Minister Karl-Theodor zu Guttenberg liiert ist.
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