Friedrich Merz ist seit dem 6. Mai 2025 der zehnte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Der CDU-Bundesvorsitzende führt eine Koalition aus CDU, CSU und SPD und folgte auf Olaf Scholz. Seine Wahl im Deutschen Bundestag war historisch: Im ersten Wahlgang scheiterte Friedrich Merz überraschend, erst im zweiten Wahlgang erreichte er die nötige Kanzlermehrheit. Stand: 30. Oktober 2026.
Der 1955 im sauerländischen Brilon geborene Jurist gehört zu den prägenden Figuren der deutschen Politik: Bereits von 2000 bis 2002 führte Friedrich Merz die Unionsfraktion im Bundestag, zog sich danach jahrelang in die Wirtschaft zurück – unter anderem als Aufsichtsratschef von BlackRock Deutschland – und kehrte erst 2021 in die aktive Politik zurück. Dieser Beitrag zeichnet die Biografie, die Karriere und alle politischen Stationen von Friedrich Merz nach – mit Tabelle, Bildern und Antworten auf die häufigsten Fragen.

In diesem Artikel
- Wer ist Friedrich Merz?
- Wie wurde Friedrich Merz Bundeskanzler?
- Welche Stationen prägten die Karriere von Friedrich Merz?
- Was machte Friedrich Merz in der Wirtschaft?
- Wofür steht Friedrich Merz politisch?
- Wie lebt Friedrich Merz privat?
- Wie beliebt ist Friedrich Merz im Herbst 2026?
- Die wichtigsten Stationen von Friedrich Merz im Überblick
- Häufige Fragen zu Friedrich Merz
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Wer ist Friedrich Merz?
Friedrich Merz, mit vollem Namen Joachim-Friedrich Martin Josef Merz, wurde am 11. November 1955 in Brilon im Sauerland (Nordrhein-Westfalen) geboren. Er ist ein deutscher Politiker der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU), deren Bundesvorsitzender er seit 2022 ist. Seit dem 6. Mai 2025 amtiert Friedrich Merz als zehnter Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und steht damit an der Spitze der Bundesregierung. Zuvor war Friedrich Merz unter anderem Mitglied des Europäischen Parlaments (1989–1994), langjähriger Bundestagsabgeordneter (1994–2009 und erneut seit 2021) sowie zweimal Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion (2000–2002 und 2022–2025). Der studierte Jurist arbeitete parallel und zwischen seinen politischen Ämtern als Rechtsanwalt und Manager, unter anderem als Partner der Kanzlei Mayer Brown und als Aufsichtsratsvorsitzender von BlackRock Asset Management Deutschland. Damit verbindet Friedrich Merz wie kaum ein zweiter aktiver deutscher Spitzenpolitiker eine klassische Parteikarriere mit einer langjährigen Tätigkeit in der internationalen Wirtschaft.
Bekannt wurde Friedrich Merz in den frühen 2000er-Jahren als wirtschaftspolitischer Kopf der Union und als Gegenspieler von Angela Merkel: Als sie 2002 den Fraktionsvorsitz übernahm, zog sich Friedrich Merz aus der ersten Reihe der Bundespolitik zurück. Erst nach der Wahlniederlage der CDU bei der Bundestagswahl 2021 und dem Rückzug von Armin Laschet kehrte Friedrich Merz an die Parteispitze zurück – und führte die Union bei der Bundestagswahl 2025 als Kanzlerkandidat zum Wahlsieg.
Wie wurde Friedrich Merz Bundeskanzler?
Der Weg von Friedrich Merz ins Bundeskanzleramt begann mit dem Sieg von CDU und CSU bei der Bundestagswahl im Februar 2025. Nach der Wahl verhandelten Union und SPD einen Koalitionsvertrag, der am 5. Mai 2025 unterzeichnet wurde. Damit war der Weg frei für die Kanzlerwahl im Deutschen Bundestag – doch sie entwickelte sich zu einem beispiellosen politischen Drama.
Am 6. Mai 2025 scheiterte Friedrich Merz im ersten Wahlgang überraschend: Er erhielt nur 310 Stimmen, sechs weniger als die erforderliche Kanzlermehrheit von 316 Stimmen. Noch nie war ein designierter Kanzler im ersten Wahlgang durchgefallen. Erst im zweiten Wahlgang am selben Tag erreichte Friedrich Merz mit 325 Stimmen die notwendige Mehrheit. Anschließend ernannte ihn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Bundeskanzler; bei der Vereidigung im Bundestag sprach Friedrich Merz die Eidesformel mit Gottesbezug („So wahr mir Gott helfe“). Das Kabinett Merz aus CDU, CSU und SPD nahm noch am selben Tag seine Arbeit auf.
Noch nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik war ein designierter Bundeskanzler im ersten Wahlgang gescheitert: Die 310 Ja-Stimmen für Friedrich Merz lagen sechs unter der erforderlichen Kanzlermehrheit von 316. Die Stunden zwischen den beiden Wahlgängen am 6. Mai 2025 gehörten zu den dramatischsten der bundesdeutschen Parlamentsgeschichte, bevor die Fraktionsspitzen von Union und SPD Geschlossenheit signalisierten und Friedrich Merz im zweiten Anlauf mit 325 Stimmen gewählt wurde.

Welche Stationen prägten die Karriere von Friedrich Merz?
Die politische Laufbahn von Friedrich Merz begann auf europäischer Ebene: Von 1989 bis 1994 saß er als Abgeordneter im Europäischen Parlament. 1994 wechselte Friedrich Merz in den Deutschen Bundestag, dem er bis 2009 angehörte. Sein steiler Aufstieg gipfelte im Jahr 2000, als er nach dem Rücktritt von Wolfgang Schäuble Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion wurde – mit nur 44 Jahren einer der jüngsten Fraktionschefs der Unionsgeschichte. Doch der Machtkampf mit Angela Merkel, die 2000 den CDU-Vorsitz übernommen hatte, entschied die Kanzlerin 2002 für sich: Merkel übernahm auch den Fraktionsvorsitz, Friedrich Merz wurde Vizefraktionschef und zog sich 2009 schließlich ganz aus dem Bundestag zurück.
Die Jahre 2009 bis 2021 verbrachte Friedrich Merz überwiegend in der Wirtschaft (siehe unten). Die Rückkehr in die Politik erfolgte schrittweise: Bei der Bundestagswahl 2021 gewann Friedrich Merz das Direktmandat im Hochsauerlandkreis und zog erneut in den Bundestag ein. Anfang 2022 wählte ihn die CDU zum Bundesvorsitzenden – als Nachfolger von Armin Laschet. Im Februar 2026 wurde Friedrich Merz mit 91,2 Prozent der Delegiertenstimmen als CDU-Chef wiedergewählt. Von 2022 bis 2025 führte Friedrich Merz zudem erneut die Unionsfraktion an, diesmal als Oppositionsführer gegen die Ampelkoalition von Olaf Scholz.
Was machte Friedrich Merz in der Wirtschaft?
Nach dem Jurastudium schlug Friedrich Merz zunächst die klassische Juristenlaufbahn ein: 1985/86 war er Richter auf Probe am Amtsgericht Saarbrücken, von 1986 bis 1989 arbeitete er als Syndikus beim Verband der Chemischen Industrie (VCI). Als Rechtsanwalt wurde Friedrich Merz 2005 Partner der internationalen Wirtschaftskanzlei Mayer Brown. Seine prominenteste Wirtschaftsstation war der Vorsitz des Aufsichtsrats von BlackRock Asset Management Deutschland von 2016 bis 2020 – eine Tätigkeit, die ihm in späteren Wahlkämpfen immer wieder kritische Fragen zu möglichen Interessenkonflikten einbrachte.
Daneben engagierte sich Friedrich Merz in der transatlantischen Verständigung: Als Vorsitzender der Atlantik-Brücke setzte er sich für die deutsch-amerikanischen Beziehungen ein. Seine zahlreichen Nebentätigkeiten und Aufsichtsratsmandate machten Friedrich Merz zu einem der vermögendsten deutschen Spitzenpolitiker – ein Umstand, den er selbst stets offen thematisierte und der sein Image als Wirtschaftsexperte prägte.

Wofür steht Friedrich Merz politisch?
Friedrich Merz gilt als Vertreter des wirtschaftsliberalen Flügels der CDU. Zentrale Leitbegriffe seiner Politik sind die Soziale Marktwirtschaft, solide Staatsfinanzen und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. In der Migrationspolitik trat Friedrich Merz für eine deutlich restriktivere Linie ein als seine Vorgängerin Angela Merkel – sein umstrittenes „Zustrombegrenzungsgesetz“ scheiterte Anfang 2025 noch im Bundestag, prägte aber die Debatte des Wahlkampfs.
Außenpolitisch positionierte sich Friedrich Merz klar an der Seite der Ukraine und für eine stärkere europäische Verteidigungsfähigkeit. Bemerkenswert war seine Kehrtwende bei der Schuldenbremse: Noch im Wahlkampf als deren Hüter aufgetreten, ebnete Friedrich Merz nach der Wahl den Weg für ein milliardenschweres Sondervermögen für die Bundeswehr und Infrastruktur – ein Schritt, der ihm den Vorwurf des Wortbruchs von der Opposition und Zustimmung von Sicherheitspolitikern gleichermaßen einbrachte. In der Koalition mit der SPD muss Friedrich Merz seither den Spagat zwischen unionsgeführten Sparzielen und sozialdemokratischen Gestaltungsansprüchen meistern.
Zu den innenpolitischen Vorhaben der Bundesregierung unter Friedrich Merz zählen nach eigenem Bekunden die Stärkung der Wirtschaft, der Abbau von Bürokratie sowie Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung. Kritiker werfen Friedrich Merz vor, große Ankündigungen zu machen und in der Koalition mit der SPD Kompromisse einzugehen, die seinem wirtschaftsliberalen Profil widersprächen; Unterstützer loben seine klare Haltung in der Sicherheits- und Europapolitik. Die Bewertung seiner Kanzlerschaft fällt im Herbst 2026 entsprechend gespalten aus – zwischen Anerkennung für außenpolitische Führung und Kritik an der innenpolitischen Bilanz.
Wie lebt Friedrich Merz privat?
Friedrich Merz ist seit 1981 mit Charlotte Merz (geborene Gass, Jahrgang 1960) verheiratet. Seine Frau ist Richterin und Direktorin des Amtsgerichts Arnsberg. Das Paar hat drei erwachsene Kinder: Sohn Philippe (geboren 1981) ist Philosoph, Tochter Constanze ist Ärztin und Tochter Carola Rechtsanwältin. Die Familie lebt in Arnsberg-Niedereimer im Sauerland; einen Zweitwohnsitz unterhält Friedrich Merz in Gmund am Tegernsee in Bayern.
Bekannt ist Friedrich Merz auch als leidenschaftlicher Privatpilot: Er besitzt einen Flugschein und fliegt selbst – ein Hobby, das ihm in Wahlkampfzeiten gelegentlich Spott, aber auch Sympathien einbrachte. Anders als viele Berufspolitiker verbrachte Friedrich Merz einen großen Teil seines Berufslebens außerhalb der Politik in der freien Wirtschaft, was sein Selbstbild als „Mann aus der Praxis“ prägt. Sein Vermögen und seine Nebeneinkünfte legt Friedrich Merz nach eigenen Angaben offen – Transparenz, die er auch von anderen Spitzenpolitikern einfordert.
Wie beliebt ist Friedrich Merz im Herbst 2026?
Die Umfragewerte von Friedrich Merz gaben im Laufe des Jahres 2026 Anlass zur Sorge in der Union: Im ARD-DeutschlandTrend zeigten sich im Mai 2026 nur 16 Prozent der Befragten mit der Arbeit von Friedrich Merz zufrieden. Bis Oktober 2026 sank dieser Wert auf 10 Prozent – auch die Zufriedenheit mit der Bundesregierung insgesamt lag bei nur 10 Prozent, ein historischer Tiefststand.
Für zusätzliche Unruhe sorgte im Juli 2026 der Rücktritt von Jens Spahn als Vorsitzender der Unionsfraktion im Zuge einer Affäre um Leihmutterschaft. Es folgte eine Kabinettsumbildung: Patrick Schnieder schied am 29. Juli 2026 aus, Steffen Bilger und Carsten Linnemann rückten nach; Thorsten Frei verließ das Kabinett ebenfalls. Am 13. Oktober 2026 folgte mit dem Ausscheiden von Bärbel Bas und der Ernennung von Alexander Schweitzer ein weiterer prominenter Wechsel. Ob Friedrich Merz mit dem umgebildeten Kabinett die Wende bei den Umfragewerten schafft, gehört zu den spannendsten Fragen der deutschen Politik im Herbst 2026.

Die wichtigsten Stationen von Friedrich Merz im Überblick
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten öffentlich dokumentierten Stationen im Leben von Friedrich Merz zusammen:
| Zeitraum | Station | Details |
|---|---|---|
| 11. November 1955 | Geburt | Geboren in Brilon (Sauerland, NRW) als Joachim-Friedrich Martin Josef Merz |
| 1985–1986 | Richter auf Probe | Amtsgericht Saarbrücken |
| 1986–1989 | Syndikus | Verband der Chemischen Industrie (VCI) |
| 1989–1994 | Mitglied des Europäischen Parlaments | CDU, EVP-Fraktion |
| 1994–2009 | Mitglied des Deutschen Bundestages | Direktmandat u. a. im Hochsauerlandkreis |
| 2000–2002 | Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion | Nachfolger von Wolfgang Schäuble; 2002 abgelöst durch Angela Merkel |
| ab 2005 | Partner bei Mayer Brown | Internationale Wirtschaftskanzlei Mayer Brown |
| 2016–2020 | Aufsichtsratsvorsitzender | BlackRock Asset Management Deutschland |
| seit 2021 | Mitglied des Deutschen Bundestages | Rückkehr in die aktive Politik, Direktmandat Hochsauerlandkreis |
| seit 2022 | Bundesvorsitzender der CDU | Nachfolger von Armin Laschet; Wiederwahl im Februar 2026 mit 91,2 % |
| 2022–2025 | Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion | Oppositionsführer gegen die Ampelkoalition |
| seit 6. Mai 2025 | Bundeskanzler | Zehnter Bundeskanzler der Bundesrepublik; Kabinett Merz aus CDU, CSU und SPD |
Häufige Fragen zu Friedrich Merz
Seit wann ist Friedrich Merz Bundeskanzler?
Friedrich Merz ist seit dem 6. Mai 2025 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Er wurde im zweiten Wahlgang mit 325 Stimmen gewählt, nachdem er im ersten Wahlgang überraschend gescheitert war – ein Novum in der Geschichte der Bundesrepublik.
Welcher Partei gehört Friedrich Merz an?
Friedrich Merz gehört der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU) an, deren Bundesvorsitzender er seit 2022 ist. Im Februar 2026 wurde er mit 91,2 Prozent der Stimmen wiedergewählt.
Was hat Friedrich Merz vor seiner Kanzlerschaft beruflich gemacht?
Friedrich Merz ist studierter Jurist. Er war Richter auf Probe, Syndikus beim VCI, Partner der Kanzlei Mayer Brown und von 2016 bis 2020 Aufsichtsratsvorsitzender von BlackRock Deutschland. Parallel war er über viele Jahre Bundestagsabgeordneter und Fraktionsvorsitzender.
Ist Friedrich Merz verheiratet und hat er Kinder?
Ja. Friedrich Merz ist seit 1981 mit Charlotte Merz (geborene Gass) verheiratet, die als Richterin und Direktorin des Amtsgerichts Arnsberg arbeitet. Das Paar hat drei erwachsene Kinder: Philippe, Constanze und Carola.
Wo wohnt Friedrich Merz?
Friedrich Merz lebt mit seiner Familie in Arnsberg-Niedereimer im Sauerland (Nordrhein-Westfalen). Einen Zweitwohnsitz unterhält er in Gmund am Tegernsee in Bayern.
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